Sonntag, 29. August 2004

Claudia

Ich bin traurig und du fehlst mir; dein Fehlen ist ein lautes Klagerufen und hängt, schwarzes Flattern von Gebetstüchern, in allen Bäumen. Ich möchte nur, daß du da bist und ich dich anschauen kann, schweigend. Und ich fluche auf die Welt, daß selbst dieser kleine Wunsch zu groß ist für sie.

Gestern dachte ich schon, daß es vorbei sei: ich hatte mich müdegefühlt, dachte ich. Du entglittest mir. Ich dachte: es geht auch ohne dich.

Heute ist alles wieder schön und zum Weinen. Ich denke daran, daß uns ein ganzes Leben trennt, unüberbrückbar viele Jahre. Abschiedslärm und schwarzstrickende Auswegslosgedanken sind laut in mir, um mich, fesselnd meine Hände und Füße, meine Schultern verkrümmend, ein Gewebe, so dunkel, daß ich kaum darunter atme.

Einmal kommt ja der Tag, wo alles zerbricht. Ob ich mich entschieden haben muß oder etwas für mich entscheidet, eines wird der Fall sein. Ich wünsche mir, daß es so ausgeht, daß dieser Sommer in meiner Erinnerung schön bleiben wird und ein helles Licht über deinem wiedergerufenen Antlitz liegt.

Sonette an Aphrodite (cum grano salis ...)

Oft rätseln wir, o Herrin, was dein Walten
bedeuten mag. Du webst, wir folgen bang
und träumen einen schönen Sommer lang.
Doch was du eingabst, willst du dann nicht halten.

Oh Herrin, es nicht länger aufzuschieben
befandst du gut, eh noch das Feld gemäht.
Mich abzuwenden ist es längst zu spät.
Du wolltest es: Und so muß ich sie lieben.

Und muß dir doch im Schmerz noch dankbar sein,
denn dieser Schmerz ist kostbar mir geworden,
Und unter deinen Händen reif, nur dein

Behüten ließ mich dieses Wilde fühlen.
Hätt ichs gewußt: Wie anders wärs geworden,
Doch du schenkst Schmerz, und läßt uns nicht erkühlen.

VOCES INTIMAE

... for we have some flax-golden tales to spin. come in! come in!

Kommt herein, hier sind auch Götter ...

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