Freitag, 16. November 2007

so einer

Jemand, der mich wirklich versteht – wer wäre das? Da sitze ich, abends, nachts, nach dem wein, leicht berauscht, höre Mozart, lausche den Ovidischen versen nach, die ich gerade übersetzt habe, und denke: Wer könnte mich denn finden und meinen platz aufsuchen, denselben blick auf all das einnehmen, was mich umgibt, dieses netz aus bezügen, symbolen, verstrickungen, verweisen, diese knoten aus gefühltem, gewußtem, erahntem, wer? Wer wäre imstande, den standpunkt einzunehmen und den blickwinkel, um diese luft zu atmen, diesen akkord zu hören so wie ich ihn höre, genauso, auf die gleiche art, mit demselben gefühl dabei, und mir zu sagen, endlich, dieses langersehnte wort: So einer bist du also!

So einer. Der wunsch, erkannt, begriffen, in all meiner kompliziertheit erfaßt und lebensklug gedeutet und mir selbst aus dem andern wiedergeschenkt zu werden, eine sehnsucht.



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