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    <title>Alsos Threpsoneires (... for we have some flax-golden tales to spin. come in! come in!) : Rubrik:schoene neue welt</title>
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    <description>... for we have some flax-golden tales to spin. come in! come in!</description>
    <dc:publisher>Talakallea Thymon</dc:publisher>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
    <dc:date>2008-09-05T10:09:52Z</dc:date>
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    <title>Alsos Threpsoneires</title>
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  <item rdf:about="http://alsos.twoday.net/stories/5160940/">
    <title>Aufs Wesentliche</title>
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    <description>&lt;a href=&quot;http://static.twoday.net/alsos/images/Wesentlich.jpg&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;75&quot; alt=&quot;Wesentlich&quot; width=&quot;100&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/alsos/images/Wesentlich_small.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://alsos.twoday.net/topics/schoene+neue+welt&quot;&gt;schoene neue welt&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Talakallea Thymon</dc:rights>
    <dc:date>2008-09-01T08:45:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://alsos.twoday.net/stories/5064476/">
    <title>Nein, liebe Hersteller des &lt;a href=&quot;http://www.edeka.de/EDEKA/Content/DE/ForYou/Eigenmarken/Produkte/BioWertkost/Sortiment/Getreide.jsp&quot;&gt;E*e*a-Bio-Wertkost-Müslis&lt;/a&gt;,...</title>
    <link>http://alsos.twoday.net/stories/5064476/</link>
    <description>Nein, liebe Hersteller des &lt;a href=&quot;http://www.edeka.de/EDEKA/Content/DE/ForYou/Eigenmarken/Produkte/BioWertkost/Sortiment/Getreide.jsp&quot;&gt;E*e*a-Bio-Wertkost-Müslis&lt;/a&gt;, Spelzen im Müsli sind &lt;i&gt;kein&lt;/i&gt; Zeichen von Natürlichkeit, schonender Verarbeitung oder ökologischer Verantwortung, sondern ein Zeichen schlampiger Arbeit und mangelnder Sorgfalt, sonst gar nichts. Versuchen Sie nicht, mir etwas anderes weiszumachen und Ihre Schlamperei mit dem Öko-Deckmäntelchen zu tarnen. Federn oder Schalen sind auch natürlich; trotzdem haben sie auf dem Brathähnchen und in der Nußmischung ebensowenig verloren wie Spelzen in der Flockenmischung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://alsos.twoday.net/topics/schoene+neue+welt&quot;&gt;schoene neue welt&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Talakallea Thymon</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-17T09:10:00Z</dc:date>
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    <title>Entgegen des Zeitgeistes</title>
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    <description>&quot;Unsere Erbanlagen sind entgegen unseres bisherigeren Verständnisses in ständigem Wandel begriffen ...&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/wissen/wissenschaft/index&quot;&gt;Die ZEIT, Online-Ausgabe dieser Woche&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statt sich in geschraubtem Zeitungsjargon zu ergehen und die unmöglichsten Verbiegungen zu machen, um nur ja keinen bösen Dativ zu benutzen, wo die Sprache ihn durchaus vorgesehen hat, könnte man auch einfach gelassen bleiben und ein bißchen &lt;i&gt;des natürlichen Sprachgebrauchs&lt;/i&gt; entgegenkommen.</description>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://alsos.twoday.net/topics/schoene+neue+welt&quot;&gt;schoene neue welt&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Talakallea Thymon</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-20T09:13:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://alsos.twoday.net/stories/4988382/">
    <title>Störer</title>
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    <description>Entschuldigung, darf ich mich hierhin setzen? spricht mich der Anzugsfritze an und deutet auf den Nebensitz, wo ich meinen Rucksack abgestellt habe.&lt;br /&gt;
Nein, denke ich, nein, dürfen Sie nicht. Sie stören. Sie rücken mir auf die Pelle. Deswegen habe ich ja gerade meinen Rucksack genau dort abgestellt, daß Sie eben &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; auf den Gedanken kommen, sich hier hinzusetzen. Im übrigen ist ein Sitz weiter auch noch ein Platz frei. &lt;br /&gt;
Statt es zu sagen, nehme ich wortlos den Rucksack, erhebe mich und suche mir eine Stelle, wo ich den Rest der Fahrt wenigstens bequem stehen kann. Der andere wundert sich nicht einmal, und zu meiner Wut über die Störung tritt nun noch der Zorn auf die Selbstverständlichkeit, mit der er den Umstand hinnimmt, daß er mich vertrieben hat aus &lt;i&gt;meinem&lt;/i&gt; Territorium, ein Gewinner, denke ich, ein Störer. Ich koche innerlich. Er sieht mich nicht einmal an, vielleicht hat er nicht einmal bemerkt, daß ich aufgestanden bin, und es läßt mir keine Ruhe, daß er nicht gesagt hat, bleiben Sie doch sitzen, bleiben Sie doch  Es ist mir zu &lt;i&gt;nah&lt;/i&gt;, hätte ich dann erwidern können.&lt;br /&gt;
Aber wahrscheinlich hätte er das nicht verstanden. Hätte er die dafür nötige &lt;i&gt;Empfindlichkeit&lt;/i&gt;, er hätte sich von vornherein nicht neben mich setzen wollen.&lt;br /&gt;
Ich schweige und köchle. Und komme zu dem Schluß: Die Welt gehört den Störern, die sich selbst an nichts stören. Den Autofahrern, den Rauchern, den Lärmern und Schulterreibern.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Talakallea Thymon</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-12T10:09:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://alsos.twoday.net/stories/4979572/">
    <title>Fairer Handel</title>
    <link>http://alsos.twoday.net/stories/4979572/</link>
    <description>Als ich kürzlich ich in einem Dritte-Welt-Laden, der politisch korrekt jetzt Eine-Welt-Laden, oder knapp einfach nur Weltladen heißt, fair gehandeltem Espressokaffee erstand, äußerte ich (ahnungslos) der Mitarbeiterin gegenüber mein Bedauern, daß zwar im Supermarkt schon seit langem fair gehandelter Filterkaffee, leider aber nicht der von mir sehr geschätzte Espressokaffee angeboten werde. Woraufhin mich die Mitarbeiterin etwas säuerlich anlächelte und erwiderte, es müsse ja auch irgend etwas geben, das nur in Weltläden zu haben sei, andernfalls solche Läden ja überflüssig wären.&lt;br /&gt;
Wie bitte?&lt;br /&gt;
Prüfen wir doch mal die Konsequenzen dieser leichtfertig hingeworfenen Bemerkung. Die Mitarbeiterin des Ladens wünscht sich für diesen und ähnliche Läden eine Art von Exklusivität, einen Unterschied, ein Merkmal, das ihn von anderen Geschäften, Supermärkten etc. unterscheidet: Einen Wettbewerbsvorteil. Fragen wir nun nach der Art dieses Wettbewerbsvorteils. Was verkauft ein Weltladen? Fair gehandelte Produkte aus ungerecht behandelten Ländern der Erde. Worin unterscheidet sich der Kaffee im Weltladen vom Kaffee im Supermarkt? Durch den Umstand, daß er nicht unter ausbeuterischen Umständen produziert wurde; er ist etwas teurer, weil beispielsweise bei seiner Produktion akzeptable Löhne bezahlt wurden. Worin liegt also der Mehrwert? Doch wohl darin, daß dieser Kaffee, im Gegensatz zum Supermarktkaffee, sich einem gerechten, eben fairen Handeln verdankt. Was die Weltläden demnach verkaufen, ist: Gerechtigkeit. Oder einen Unterschied in der Gerechtigkeit. Dieser Unterschied ist ihr Wettbewerbsvorteil gegenüber Supermärkten, die in diesem Sinne ungerecht sind, weil sie Produkte anbieten, die ihren niedrigen Preis einer Ungerechtigkeit verdanken.&lt;br /&gt;
Fair gehandelte Produkte sind also nach Meinung dieser Mitarbeiterin ein Gut, daß es im Weltladen gibt, und auch nur dort geben sollte, damit der Weltladen überlebt und weiter  Gerechtigkeit verkaufen kann? Nun ist aber Gerechtigkeit kein relatives Gut wie Aroma, Ergiebigkeit, Koffeingehalt undsoweiter, sondern ein absoluter Wert, der nicht verhandelbar und also auch nicht handelbar ist. Welche Absicht steht denn hinter den Weltläden und Fairhandelsgenossenschaften? Doch wohl eine gerechtere Art des Handelns und im weitesten Sinne eine bessere, weil gerechtere, Welt. Gäbe es in einer Welt, die den Betreibern und Gründern von Weltläden, Fairhandelsmarken etc. vorschwebt, noch Bedarf an einem Weltladen, an Fairhandelsmarken etc.? Die Antwort ist nein. Es gäbe dann nämlich überall gerechte Produkte, weil es überhaupt nur noch gerechte Produkte gäbe.&lt;br /&gt;
Die Aussage der Mitarbeiterin kann aber so umformuliert werden: Es soll andernorts Ungerechtigkeit herrschen, damit wir weiter Gerechtigkeit verkaufen können.&lt;br /&gt;
Und noch schärfer:&lt;br /&gt;
Es muß andernorts ungerecht zugehen, damit wir weiter dafür sorgen können, daß es gerechter zugeht.&lt;br /&gt;
Aha, ich verstehe: Nur in einer Welt der Ungerechtigkeit können Weltläden sich durch die Fairneß ihrer Produkte auszeichnen  und daran arbeiten, daß die Welt gerechter wird. Freilich nicht so gerecht, daß es Weltläden nicht mehr geben müßte. Die Welt muß schon ungerecht bleiben, damit sie gerechter werden kann. Wer das für widersprüchlich hält, könnte recht haben.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://alsos.twoday.net/topics/schoene+neue+welt&quot;&gt;schoene neue welt&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Talakallea Thymon</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-08T17:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://alsos.twoday.net/stories/4968151/">
    <title>Anmerkungen</title>
    <link>http://alsos.twoday.net/stories/4968151/</link>
    <description>*Im &quot;Kau#fland&quot;: 0,55&lt;br /&gt;
*Im &quot;RE#AL&quot;: 0,55&lt;br /&gt;
*Im &quot;EDE#KA&quot;: 0,55&lt;br /&gt;
*Im ALD#I: 0,55</description>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://alsos.twoday.net/topics/schoene+neue+welt&quot;&gt;schoene neue welt&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Talakallea Thymon</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-03T09:48:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://alsos.twoday.net/stories/4965586/">
    <title>Pasta</title>
    <link>http://alsos.twoday.net/stories/4965586/</link>
    <description>Während die Milchbauern lautstark krähen, ihr Untergang stehe unmittelbar bevor, die Milch überall anfängt, sauer zu werden und die Supermärkte so tun, als könnten sie sich vor Lieferungen nicht retten, finden die wirklich unerhörten und umwälzenden, die tatsächlich einschneidenden (auf eine Weise einschneidend, die die Welt ein für allemal ein Stück voranbringt) Veränderungen unkommentiert, unbeschrieen und unbemerkt von der großen Öffentlichkeit statt. Dabei ist es doch mal wieder so offensichtlich, was hier läuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist die Differenz von 55 und 39?  16. Wieviel Prozent von 39 sind 16?  41. So viel beträgt die Preissteigerung der billigsten zu habenden Packung italienischer Pasta (und Pasta überhaupt). Die kostete nämlich in schönem Einvernehmen der Discounter bislang 39 Cent (nachdem sie viele Jahre schon einmal 25 gekostet hatte  wie schnell man sich an die 39 gewöhnt hat!) und seit zwei Wochen, schwuppdiwupp! 55. Und natürlich ziehen alle, aber alle, nach. Wohin man schaut, nicht 40, nicht 45, nicht 54, nein genau 55 Cent für die billigste Pasta, landauflandab. Es sind sich mal wieder alle einig, und der Verbraucher kann zähneknirschend sehen, wo er bleibt. Ausweichen geht nicht, da es sich ja schon um die absolute Untergrenze handelt und die Konkurrenz auch nichts Billigeres führt. Dummerweise merkt es der Verbraucher aber nicht. Ich habe den Verdacht, der Verbraucher schaut überhaupt nicht hin, sind ja eh nur Centbeträge. Und das genau ist der Fehler. Denn auf das Verhältnis kommt es an. Was würde derselbe Verbraucher, der anstandslos die 55-Cent-Pastapackung in den Korb legt, sagen und tun, wenn der CD-Spieler statt gestern 390 Euren heute 550 kostete? Zähneknirschen und zugreifen? Wohl kaum. Obwohl es gar nicht so schlimm wäre, denn: Wann kauft man sich einen CD-Spieler und wie oft Pasta? Angenommen, ich verbrauche monatlich 3 Packungen (das ist bei mir durchaus realistisch; für Familien ergeben sich da noch ganz andere Zahlen), dann waren das bislang 14,04 Euren im Jahr. Jetzt sind es 19,80, also mehr als 5 Euren Differenz. Jahr für Jahr. Und das nur für die Pasta. Den Reis habe ich noch gar nicht nachgesehen. Neulich habe ich ein gewöhnliches Roggenbrot für 6 Euren erstanden. Aber wo war ich? Ach so. ja: Zum Vergleich: Ich habe mir genau einmal in meinem Leben einen CD-Spieler gekauft, das war 1988, er kostete knapp 800 DM, und ich mußte ein Jahr lang Zeitungen austragen, um ihn mir leisten zu können, aber das nur nebenbei. Also ein CD-Spieler in 20 Jahren. In diesem Zeitraum hat sich die Differenz zwischen billigeren und teureren Spaghetti schon auf 100 Euren angewachsen, und da sind die zu erwartenden weiteren Steigerungen nicht berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich damit sagen will, ist dies. Es ist uns des langen und breiten gebetsmühlenartig versichert worden, nein, es habe keine Teuerung nach 2002 gegeben, die Preissteigerung sei eine Illusion, weil nur besonders häufig gekaufte Artikel ein wenig teurer geworden seien.&lt;br /&gt;
Ja. Ja! Verdammtnochmal, aber das ist es doch gerade. Mag sein, daß Autos und Elektronik und Badehosen billiger geworden sind. Aber was nützt das, wenn ich Autos nie, Elektronik alle Jubeljahre und Badehosen vielleicht alle zwei Jahre kaufe? Brot. Gemüse. Pasta. Milch. Das kaufe ich täglich, und deshalb fallen dort Preissteigerungen von 41 % ungleich mehr ins Gewicht als Preisverfall bei Artikeln, die man nur ausnahmsweise kauft. Außerdem verbietet sich sowieso ein Vergleich von entbehrlichen Autos mit unentbehrlicher Nahrung. Von Autos und Elektronik wird man nicht satt. Geht das eigentlich in diese Finanzdickschädel rein, die uns weismachen wollen, es habe keine Teuerung gegeben nach 2002?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens würde die Rosinenschnecke nach dem Preisninveau von Ende 2001 heute umgerechnet 45 Cent kosten. Fünfundvierzig Cent. (Dafür bekommt man heute vermutlich nicht einmal mehr einen Kaugummi. Übrigens gab es in meiner Kindheit sogenannte Fünferkaugummis und Zehnerkaugummis. Für 5 resp. 10 Pfennig. Dieser Zustand dauerte viele viele Jahre, meine ganze Kindheit lang. Alle waren es zufrieden.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe den leisen Verdacht, daß eine Erhöhung von 266% innerhalb von sechs Jahren nicht allein durch Inflation zu erklären ist.</description>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://alsos.twoday.net/topics/schoene+neue+welt&quot;&gt;schoene neue welt&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Talakallea Thymon</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-02T08:40:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://alsos.twoday.net/stories/4940246/">
    <title>Bahnhof Süd</title>
    <link>http://alsos.twoday.net/stories/4940246/</link>
    <description>Jetzt haben sie da einen Zaun hochgezogen.&lt;br /&gt;
Der Kampf zwischen Reisenden und Pendlern auf der einen und der Bahnhofsverwaltung auf der anderen Seite tobt seit Jahren, mindestens 16, solange verfolge ich die Sache jedenfalls schon. Der Kölner Bahnhof Süd ist schon von seiner Anlage her eine einzige Schikane. Es gibt zwei Eingänge: Der eine, von der Zülpicher Straße aus, führt direct auf den Bahnsteig zu Gleis 3, das nur für Ausweichmanoever da ist, und 4, auf dem die Züge von Bonn und weiter nach Köln Hauptbahnhof halten. Der andere Eingang, am anderen Ende des Bahnsteigs in der Luxemburger Straße, führt in eine Halle, von der aus sowohl Gleis 1 (und damit die Züge nach Bonn, Koblenz und Trier) als auch die erwähnten Gleise 3 und 4 zugänglich sind. Während man also von der Luxemburger Straße kommend Zugang zu den Zügen in beide Richtungen hat, ist man, wenn man den Bahnhof von der Zülpicher Straße aus betritt, zu einem weiten, über die gesamte Länge des Bahnsteigs (200m) führenden Umweg zur Unterführung auf der gegenüberliegenden Seite gezwungen. Hat man die Zeit knapp calculiert, weil man mit so einer idiotischen Anlage nicht gerechnet hat, dann ist der Zug weg, bevor man die 200m zurückgelegt und die zwei Treppen gemeistert hat. Es gibt nun zwei Möglichkeiten, wenn man von der Zülpicher Straße aus den Bahnhof betreten hat und es bis zur Abfahrt noch zwei oder drei Minuten sind. Entweder man verzichtet auf den Zug (und wartet bis zu 40 Minuten); oder aber man springt kurzerhand über die Gleise, verkürzt damit die Entfernung von 200m auf gerade mal 5m und erreicht den Zug, ohne auch nur außer Atem zu geraten. &lt;br /&gt;
Das ist natürlich strengstens verboten. &lt;br /&gt;
Dazu muß man sagen, daß die Strecke in beide Richtungen gut einsehbar ist, ein eventuell herannahender Zug rechtzeitig gesehen werden kann, und daß, wer nicht blind und/oder gehbehindert ist, nicht die geringste Gefahr dabei auf sich nimmt. Da wir aber in einem Land leben, in dem die Bürger zunehmend vor sich selbst geschützt werden müssen und niemandem mehr Eigenverantwortung zugestanden wird, ist die Bahnhofsverwaltung (oder wer immer dafür zuständig ist) in letzter Zeit dazu übergegangen, die (verständlicherweise zahlreichen) Übertritte mit einem massiven Aufgebot an Polizei und privaten Sicherheitskräften zu verhindern, bzw zu ahnden. Und jetzt, als neueste Maßnahme, wird da ein Zaun hochgezogen, der den Zugang zu den zu überquerenden Gleisen verhindern soll.&lt;br /&gt;
Bei so etwas bekomme ich Herzrasen vor Wut. Die Anlage ist eine planerische Katastrophe, der ganze Bahnhof falsch concipiert, diese Tatsache seit Jahrzehnten bekannt; die Verhältnisse unzumutbar, der Tactverkehr zwischen Bonn und Köln so mager, daß Wartezeiten von einer dreiviertel Stunde keine Seltenheit sind; obendrein die Costen für die Überwachung, Durchsetzung und Ahndung des Verbots sicher kein Quincerlitzchen (teilweise vier Polizisten, zwei hier, zwei dort, einen ganzen Tag lang), und zusammen mit den Costen für einen 2,50m hohen, im Bahnsteig festcaementierten Zaun sicher so hoch, daß man dafür das einzig Sinnvole hätte financieren können.&lt;br /&gt;
Eine einfache Brücke.&lt;br /&gt;
An der umkämpften Stelle so eine einfache Stahlconstruction, wie sie an einem oder zwei Nachmittagen zu errichten ist, und sie an zahllosen Orten zur Umgehung bei Baumaßnahmen aufgestellt wird. Eine simple, nicht allzu teure Maßnahme, die alle zufriedengestellt hätte.&lt;br /&gt;
Und jetzt haben sie da einen Zaun hochgezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://alsos.twoday.net/stories/4940244/&quot;&gt;Hier noch ein persönliches Erlebnis in diesem Zusammenhang&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://alsos.twoday.net/topics/schoene+neue+welt&quot;&gt;schoene neue welt&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Talakallea Thymon</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-21T10:03:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://alsos.twoday.net/stories/4891062/">
    <title>sommerwahnsinn</title>
    <link>http://alsos.twoday.net/stories/4891062/</link>
    <description>im übrigen fangen jetzt unsere nachbarn auf der anderen seite (also, die, mit denen wir eine fensterlose wand über die länge der wohnung gemeinsam haben) auch mit so einer pochpochpoch-musik an. sie grillen, und dabei haben sie das drinnen so laut laufen, damit man&apos;s auch im garten hört. warum man beim grillen musik haben muß, ist mir ein rätsel. wahrscheinlich, damit man die störenden amseln nicht so mitkriegt.&lt;br /&gt;
es gibt kein entkommen mehr. und der abend auf der terrasse ist mir verleidet. da scheint die sonne zum erstenmal im jahr so warm und sommerschön, daß auch die verschlafenen amseln und buchfinken endlich lust zu singen haben, und ich hocke in der bude, alle fenster zu, und betäube mich mit Strauss. das war früher nicht. dieses allüberall des lärms. das hat es einfach nicht gegeben. wohin führt das noch alles? und sollte es wirklich fürderhin keine stillen sommerabende mehr geben? hört eigentlich jemand, daß jede amsel ihre eigenen unverwechselbaren melodien hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es kommt dann dazu, daß ich selbst dagegenhalte und im zimmer Richard Strauss in original-orchesterlautstärke abspiele; nicht, um die anderen zu ärgern (hören sie eh nicht), sondern um mich innerlich zu reinigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich muß hier weg.</description>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://alsos.twoday.net/topics/schoene+neue+welt&quot;&gt;schoene neue welt&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Talakallea Thymon</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-26T18:33:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://alsos.twoday.net/stories/4864074/">
    <title>Rauch</title>
    <link>http://alsos.twoday.net/stories/4864074/</link>
    <description>&lt;i&gt;Bogenförmige Versteifung&lt;/i&gt;  Irgendwo hatte ich diesen Ausdruck schon einmal gehört. Ich erhob mich, sah, daß die Frau gegenüber mich anstarrte, starrte freundlich zurück (erhaschte dabei einen rieselnden Blick auf ihr nacktes Kinn), suchte in der Weste nach den Zigaretten und begriff, daß hier abermals ein Fall von absurder Steigerung eines durch elementares Unglück verursachten Kummers infolge eines an sich völlig belanglosen Ärgernisses vorlag. Und so war ich wie ein Hiob ordentlich verzweifelt, als ich feststellen mußte, daß sich all meine Rauchwahre oben in der Wohnung befand. Vor der die Fahnder auf mich warteten, wenn sie nicht schon die Geduld verloren hatten. &lt;br /&gt;
Steif erhob ich mich und ging zur Theke.&lt;br /&gt;
Ich äußerte meinen Wunsch, griff nach der Geldbörse, suchte darin einen Schein und sah beim Aufblicken, daß die Verkäuferin mich bewegungslos ansah. Erwartungsvoll. Ich schaute nicht minder erwartungsvoll zurück. So starrten wir eine Weile; hatte sie vielleicht nicht richtig gehört? Doch während ich meinen Wunsch wiederholte, beschlich mich wieder das Unbehagen, das ich in den letzten Wochen und Monaten so oft empfunden hatte. Was war jetzt wieder falsch?&lt;br /&gt;
Sie hob leicht die Schultern, öffnete weit die Augen, und da war es wieder. Ich erinnere mich nicht, wann die Leute damit anfingen. Lexikalisch war es ein ja. Der a-Laut aber ganz kurz und wie abgerissen vom nachfolgenden, deutlich hörbaren Kehlkopfverschluß, was immer so klang, als habe ein Sturm das Wort weggeblasen. &lt;i&gt;Ja&lt;/i&gt;. Man ließ die Schultern nach vorne fallen, reckte den Kopf vor, riß die Augen weitauf, und dabei machte man &lt;i&gt;ja&lt;/i&gt;, hielt die Stimme an und damit die Spannung (man konnte förmlich die Bauchmuskeln sich kontrahieren sehen), vielleicht schüttelte man auch ein wenig den Kopf dabei, während, &lt;i&gt;ja&lt;/i&gt;, die Stimme vermittels der Körperspannung illusionär fortklang, um dann nach einem Schreckmoment wieder einzusetzen, so wie jetzt.&lt;br /&gt;
Ja  Ihre Kaaaarte! Die letzten beiden Wörter wie das herrische Motiv eines Marsches oder düsteren Tanzes, &lt;i&gt;dada diiiiii da&lt;/i&gt;, verärgert, ungeduldig, unduldsam. Ihre Kaaaarte. NunmachenSieschon.&lt;br /&gt;
Welche Karte? Sie hatte die Hand schon ausgestreckt. Am Ringfinger trug sie einen quietschrosa Ring. Ihre Nägel waren so lang, daß ich durch das dünne Horn den abspringenden Lack auf der anderen Seite sehen konnte. Mir dämmerte, was sie von mir wollte. Ich schüttelte den Kopf.&lt;br /&gt;
Ohne Karte kein Rauch.&lt;br /&gt;
Hören Sie  ich hab sie vergessen, ich  wußte nicht, wie lange &lt;br /&gt;
Ohne Karte kein Rauch.&lt;br /&gt;
Können Sie nicht mal eine Ausnahme machen?&lt;br /&gt;
Hören Sie, da könnte ja jeder kommen und wollen, daß man ne Ausnahme macht. Nee nee, entweder Sie haben eine Karte, damit der Rauch ordentlich verbucht wird, oder es gibt keinen Rauch.&lt;br /&gt;
Aber ich  nur unter uns  vielleicht  braucht doch keiner zu erfahren &lt;br /&gt;
Nein, es  geht  nicht! Selbst wenn ich einverstanden wäre  was ich nicht bin, schließlich muß ich letztendlich dafür aufkommen, wenn Sie Ihre Gesundheit ohne Rückstufung ruinieren  aber selbst wenn, wie gesagt, es geht nicht. Der Automat gibt mir nur nach Einlesen der Karte Ware heraus. Ist automatisch. Nichts zu machen. Tut mir leid. Au  to  ma  tisch.&lt;br /&gt;
Ich hätte es wissen müssen. Wie so oft in letzter Zeit hatte ich die Lage unterschätzt. In einer resignierten Geste ließ ich meine Handfläche auf den Tresen aufklatschen und wandte mich ab; und schlurfte, noch ein Stück müder, durch den Sonnenfleck zu meinem Tisch und dem kaltgewordenen Tee zurück. Dabei schloß ich einen Moment geblendet die Augen, und es schien, so lange ein Herzschlag dauert, daß der Boden in einer spiegelnden Bewegung wegkippte. Ich griff hastig nach der Tischkante. Nach einem Atemzug wurde das Bild wieder klar. Vor den Scheiben fuhr ein Lastkraftwagen an, lautlos eine Abgaswolke aus dem Rohr blasend.&lt;br /&gt;
Die Sonne blitzte noch einmal über die Scheiben, der Fahrer schaltete, eine weitere Rauchwolke drang aus dem Schornstein; die Straße jenseits der Berberitzenhecke zitterte und dröhnte, und in diesem Moment begriff ich endlich: &lt;a href=&quot;http://alsos.twoday.net/stories/1509146/&quot;&gt;&lt;b&gt;Ich mußte weg&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;.</description>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://alsos.twoday.net/topics/schoene+neue+welt&quot;&gt;schoene neue welt&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Talakallea Thymon</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-15T09:55:00Z</dc:date>
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    <title>... wird Sturm ernten</title>
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    <description>Habe heute früh die Glühbirne ganz herausgedreht.&lt;br /&gt;
Meine Hofnachbarn gegenüber, zwei junge Frauen anfang zwanzig, haben zwei störende Angewohnheiten. Erstens pflegen sie beim Fortgehen wie beim Nachhausekommen lautstark miteinander zu palavern (wobei man sich fragen muß, was man noch zu besprechen hat, wenn man zusammen wohnt, zusammen weggeht, zusammen wiederkommt, zusammen studiert, und, wie mein &lt;a href=&quot;http://www.maischein.info/&quot;&gt;&lt;b&gt;Mitbewohner&lt;/b&gt; &lt;/a&gt;zuverlässig berichtet, selbst den Einkauf von Schreibwaren gemeinsam erledigt), währenddessen mit den Fahrrädern zu klappern und mit einer Kunststoffpersenning zu rascheln, ungeachtet der abendlichen, nächtlichen oder auch frühmorgendlichen Uhrzeit. Zweitens: Sie lassen abends über der Eingangstür das Licht brennen. Da mein Schlafzimmerfenster auf den Hof hinausgeht, den zum einen die Lampe taghell und bis ins Zimmer hinein ausleuchtet, wo zum anderen jedes auch nur zaghafte Geräusch widerhallend verstärkt wird wie in einem Kirchenraum oder einem Kellergewölbe, finde ich diese beiden Angewohnheiten derart gräßlich, daß ich mich seit einiger Zeit wenigstens des Lichteinfalls durch eine entschiedene Maßnahme erwehre, indem ich nämlich das Gehäuse der Lampe auf- und die Glühbirne gerade so weit herausschraube, daß sie keinen elektrischen Kontakt mehr hat. Gegen Palaver, Fahrradklappern, Persenningrascheln kann ich nichts tun.&lt;br /&gt;
Heute nacht war es vier Uhr. Morgens.&lt;br /&gt;
Ich wurde von den Stimmen wach, vom bekannten Klappern, hörte, wie die eine ausrief, oh Mann, das Licht ist aus, da sieht man ja gar nichts, dann mehr Fahrradklappern, das Geräusch des Ständers, das Rascheln der Persenning, und das alles in einer Lautstärke, die nicht die geringste Vorsicht oder Rücksicht erkennen ließ, dann hörte man ein Schrauben, und das Licht ging wieder an. Die Tür fiel ins Schloß, Schlüsselklirren zweimal, dann Stille. Irgendwo gurgelte eine Toilettenspülung. Der Hof taghell, die Zeit: 4:03. Sie hatten es einfach angelassen! Brauchten es nicht mehr, waren ja zurück, und ließen es brennen! Was glauben die eigentlich, warum ich die Birne rausdrehe, zur eigenen Recreation des Gemüths?&lt;br /&gt;
Habe heute früh, im Morgengrauen, kurz nach sechs, die Birne ganz herausgedreht und an mich genommen. Wer Wind sät ...</description>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://alsos.twoday.net/topics/schoene+neue+welt&quot;&gt;schoene neue welt&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Talakallea Thymon</dc:rights>
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    <title>Cafeteria</title>
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    <description>Ich starrte ihr unter den Maskenrand, länger als es schicklich war, fing einen Blick von ihr auf, der mich schmerzvoll an jenen amüsierten Mut-em-Enets oder Astartes erinnerte, den sie mir damals in der Straßenbahn nicht zugeworfen hatte, senkte rasch die Augen und starrte auf den weißgrellen Sonnenfleck auf dem PVC, wie er sich langsam vorschob und dabei eiförmig zerfloß. Die Tüte mit Eßbarem knisterte, die Füße der Frau scharrten, Lederknarren und ein leises, mit äußerster Zurückhaltung nicht mehr unterdrückbares Räuspern war zu hören, das unter dem Dämpfer der Maske beinahe melodiös klang, jedenfalls nicht krank. Eine &lt;a href=&quot;http://alsos.twoday.net/stories/3836474/&quot;&gt;&lt;b&gt;Fliege&lt;/b&gt; &lt;/a&gt;landete vor mir auf dem Tisch. Ich erschrak: Wie lange war es her, daß ich keine Fliege mehr gesehen hatte? Ein merkwürdiger zweiter Schrecken floß aus der Frage, wie es wohl kam, daß die Fliegen rar geworden waren  oder wurde ich allmählich verrückt? Wie still dieses dunkel schimmernde, von fahlgrauem Pelz spärlich bedeckte Insekt dasaß  was geht wohl im Nervengeflecht eines solchen Tiers vor sich, während es scheinbar teilnahms-, jedenfalls der Anschauung nach bewegungslos dasaß? Träumte es? &lt;i&gt;Dachte &lt;/i&gt;es? Und was waren das wohl für Gedanken? Langweilte es sich vielleicht? Jetzt hob es eines seiner dornigen, wie mit Widerhaken besetzten Beinchen, das linke des ersten Beinpaars. Sah es mich an? Schimmerte mein Abbild da drin in den irisierenden Schleifflächen der gut zwei Drittel des Kopfsegments ausmachenden Augen? Ich beugte mich und ging in die Hocke, bis meine Nasenspitze die Tischfläche berührte. Im aus den Neonröhren schleichenden Licht warfen die Fliegenbeine allerfeinste Schatten auf die Resopalplatte. Der Pelz aus feinem Haar bedeckte den Körper nicht gleichmäßig, das meiste davon bildete eine Art von Stola oder &lt;a href=&quot;http://alsos.twoday.net/stories/4534675/&quot;&gt;&lt;b&gt;Schal&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; um die Fugen zwischen Kopf- und Brustsegment. Vereinzelte Büschel aber staken auch auf dem rundlichen Hinterleib, als litte das Insekt an einer Art Arthropoden-Alopezie. Auf der Unterseite dieses von bogenförmigen Versteifungen geteilten Segments wölbte sich etwas wie eine Tasche oder ein Beutel, eine knollenförmige, dunkle Ausbuchtung, die, so weit ich das mit bloßem Auge erkennen konnte, von einem krustigen Schorf bedeckt war. War das Wesen krank? Nährte es da einen Parasiten, ein Nest aus Würmern, oder war es einfach nur Schmutz? Aus einer Verletzung ausgetretenes, geronnenes, die Wunde schützendes Sekret? Oder trug es darin Eier mit sich herum? Ob so ein Tier auch die &lt;a href=&quot;http://alsos.twoday.net/stories/1401061/&quot;&gt;&lt;b&gt;Verzweiflung&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; spürte, fragte ich mich plötzlich, angesichts einer solchen Cafeteria, der Flecke auf dem Boden, der Frau mit den Gurkenbrüsten gegenüber, dem schorfigen Gebilde unter dem eigenen Bauch? Das abgespreizte Bein zitterte ein wenig. Es zeigte, wie ich da vor dem Tisch hockte, genau auf mich. Et tu Brute! schien es zu sagen. Plötzlich wandte die Fliege sich in einer zuckenden Bewegung um, als sei sie brüskiert, machte einen Sechsschritt und erhob sich im nächsten Augenblick in die Luft, wo sie sich beim Wechsel aus dem Schatten in die Fensterhelle von einem dunklen Punkt in einen Leuchtstreif verwandelte, und gleichsam durchstrahlt in der sonnenhelle Tiefe der Cafeteria verglomm.</description>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
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    <dc:date>2008-04-09T09:48:00Z</dc:date>
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    <title>Beim Aufschlagen der Zeitung fragte ich mich plötzlich etwas Merkwürdiges, nämlich,...</title>
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    <description>Beim Aufschlagen der Zeitung fragte ich mich plötzlich etwas Merkwürdiges, nämlich, Wieviele, murmelte ich und nahm einen Schluck kaltgewordenen Kaffees, der ebenso schal schmeckte wie der Himmel draußen trübe war, Wieviele Menschen würden wohl von 100 km &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Ethanol-Kraftstoff#Auswirkungen_auf_die_Umwelt&quot;&gt;&lt;b&gt;Ethanol&lt;/b&gt;&lt;/a&gt;-Getreide satt?</description>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
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    <title>nachtrag: immerhin</title>
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    <description>was sonst nach unglücken immer als erstes passiert, ist ausgeblieben: noch hat kein politiker, nur weil er das pech hatte, zur fraglichen zeit &lt;i&gt;im amt&lt;/i&gt; zu sein, in dieser angelegenheit zurücktreten müssen.</description>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
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    <dc:date>2008-02-11T12:13:00Z</dc:date>
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    <title>...</title>
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    <description>Ein Haus steht in Flammen, neun Menschen sterben. Na, und? möchte man mit der Schulter zucken. Zum Vergleich: im Jahr 2006 starben auf Deutschlands Straßen 5316 Menschen bei Unfällen. Das sind 14 Menschen täglich. Jeden Tag ein zweites Ludwigshafen. Wen kümmerts? Es ist in den letzten Tagen so viel vom Mittrauern die Rede gewesen. Warum trauert keiner mit den 14 Verkehrstoten täglich mit? Die Wahrheit ist doch: Gestorben wird landauf landab, haufenweise in jeder Stunde, und wer da überall eine Betroffenheitsmiene ziehen und mittrauern wollte, ach herr je!, der käme aus dem Trauern und Mieneziehen gar nicht mehr heraus.&lt;br /&gt;
Der Verdacht liegt nahe, daß man sich daher lieber bescheiden gibt und realistisch bleibt und das Mittrauern auf einige besonders schöne Fälle des Sterbens beschränkt. Natürlich die, von denen man überhaupt Kunde hat, weil die Kamera dabei war. Hilfreich ist da wohl auch, wenn gleich mehrfach auf einmal gestorben wird, erstens, weil sich die Mittrauer besser konzentrieren kann, zweitens, weil es einfach mehr hermacht, als so kleckerlesweise hier und da über die Autobahnen der Republik verstreut. Und drittens ist so ein Autounfall doch ziemlich banal, das kennen wir schon, wir haben uns ans Sterben auf der Autobahn gewöhnt, wie langweilig. Aber ein Wohnungsbrand, zudem, wenn die Zeitungen bei einem kleinen Feuerchen schon das Wort Katastrophe bemühen  uiuiui, das ist schon was anderes als ein bißchen Reifenquietschen.&lt;br /&gt;
Zudem weiß man ja, daß alle anderen auch davon gehört haben und mittrauern. Und in der Gemeinschaft trauerts sich einfach schöner. Das hat etwas geradezu Anheimelndes. Man kann auch eine Kerze solidarisch ins Fenster stellen. Hach! &lt;br /&gt;
Aber wie sehr ich auch in mich hineinhorche: So recht will mir bei solchen Anlässen das Trauern nicht gelingen. Die Verstorbenen sind mir fremd und bleiben mir fremd, und hätte ich von ihrem Tod nicht in der Zeitung gelesen: Ich würde den Unterschied gar nicht bemerken! Dieses kollektive Getrauere  manchmal kommt es mir gar ein bißchen verordnet vor. &lt;br /&gt;
Aber ob die Mittrauer nun echt ist oder nicht: Jedenfalls scheint mir das alles doch den Verdacht des Unverhältnismäßigen nicht so einfach abstreifen zu können. Daß etwa kein geringerer als der türkische Ministerpräsident eigens angereist kommt, um in Ludwigshafen nach dem rechten zu sehen, mag man als ein Musterbeispiel der fürsorglichen Anteilnahme eines Staatschefs für seine Bürger loben  verhältnismäßig ist es nicht.&lt;br /&gt;
Der Gipfel des Unverhältnismäßigen aber ist das Brimborium, das über die Herkunft der Bewohner fraglichen Mietshauses gemacht wird. Es ist ganz einfach egal, ob sich in dem fraglichen Gebäude nun Maori, Schwaben oder Eskimos aufgehalten haben. Tot ist tot. Wenn es ein Verbrechen war, wird man das herausfinden, es wird eine Untersuchung geben, der oder die Täter werden gefaßt werden. Punkt. Alles weitere ist einfach nur belanglos.&lt;br /&gt;
Und muß auch belanglos sein. Eine aufgeklärte Gesellschaft würde die üblichen Mittel der Strafverfolgung einsetzen, ohne Ansehen der Herkunft der Opfer; eine aufgeklärte Gesellschaft würde über politische Konsequenzen erst dann zu sprechen beginnen, wenn sich die Tat tatsächlich als fremdenfeindlich erwiesen hat, vorher nicht; eine aufgeklärte Gesellschaft käme zuallerletzt auf den Gedanken, es könne sich um einen fremdenfeindlich motivierten Anschlag handeln. Ganz einfach, weil ihr ein solcher Gedanke fernläge. Offenbar liegt ihr ein solcher Gedanke aber nicht fern, so wie der Sünder die eigene Sünde bei den anderen immer zuerst vermutet. So leistet jedes weitere Wort dem Verdacht Vorschub. Möge jeder seine eigenen Schlüsse daraus ziehen.&lt;br /&gt;
Und trauern.</description>
    <dc:creator>Talakallea Thymon</dc:creator>
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