Astartes Lächeln
Mittwoch, 7. Mai 2008
Donnerstag, 5. Juli 2007
...
das wiedererwachen. die zerbohrten kußkanäle. der raum zwischen blitz und finger.
hellstes:
die angst. die feder. das einzige bleibewerkzeug.
längstes:
der maulwurf. der wappenbaum. der raum zwischen wand und hand.
Mittwoch, 4. Juli 2007
Auf dem nachhauseweg
manche blumen blühen nur nachts, da könnte man lange dunkelheiten umschichten, so zielsicher wie die meerenen flügel des falters wirst du nie für die grenzflächen der angst gewonnen sein.
hier ist der kühle docht, sieh, wie er geschwollen ist vom dunkel. auf kleinen zetteln verteilt: ein lächeln, das protokoll eines abends, lampions überm kiesenen strom. auf manchem heimweg ist die luft von haaren bewachsen, daß es schwelgt von puppigen augenlidern. gelbe türen, gebohrt ins abgeschiedensein von glasstille, halten das licht offen. tritt ein. gerade noch mit dem gestern beschäftigt, gelingt nun mit zittriger schrift dem müll ein epitaph. späteres wechselt mit früherem, heimgänge mit weinenden frauen, mutiges mit zimteis: in einem telephonbuch müßte man ihn nachschlagen, den geschmack deiner lippen. ein finger drückt sich aus dem hellen innern des busses. er malt der nacht ein licht nach, zeichnet ihr was auf die sohle. manche telephonbücher sind in der reihenfolge deiner farben geordnet, deiner füße und reißverschlüsse. wer könnte da die linien finden, um die sich die hände geschlossen haben? so verloren wie der falter wirst du nie zur blüte sagen: ich bin.
Dienstag, 19. Juni 2007
Melpomene
weht es uns an wenn im busch schwarzes geflüster sich regt
blätter sehnt es nach schrift nach worten die stirnen des mittags
kahl wenn die messer des lichts stürmen die himmel hinauf
sprich doch zu mir, Melpomene, von neunen die herbeste, lieb mich
aus deinem freundlichem MUND hauch deine klarheit mir ein:
daß ich ASTARTES gesicht und ihr grausames lächeln in bann tu,
werfe die wilde schar fort in die knäuel der nacht.
Freitag, 13. April 2007
wegekreuz
Mittwoch, 11. April 2007
auf einem alten friedhof, an einem tag im februar
laub im hof: in ständigem kreis kratzen wieder die sterne ans fenster. die altäre stehen leer. moos auf den knien von statuen, den flügeln von engeln, spitz wie schulterblätter. zwei schwerter des behutsam aufgehobenen glücks, messerscharfen glücks. ein ichkannnichtmehr, dessen blaßrosa schrift verläuft und eins wird mit erde und duft. klarsichthülle um abschiedsbrief, während schritte sich entfernen, handinhand, und der kies leise knirscht, als schäme er sich, ein geheimnis preisgeben zu müssen.
Über der Stadt Trier
er sich noch einmal um, während allerorten
ASTARTES
schweigen wuchs und wuchs
ein wanderer mußte er werden, nun
da der strom unten in reine strahlung
aufging, die brücke in nichts als in
helle fortrug
da stand er und sah
erde sich drüben beständig in himmel
wandeln, in leuchten
drüben, am ende schon,
wo der wein überm ufer des raums
nur ein atmen war hinauf
klimmende höhung, streckung
in wölbung und zeit.
zeit:
wäre sie wenigstens
voll mühe und mürrisch
täte sie doch weh
und wär nicht dies lächelnd
zergleiten unter
Auge
und schweigen, das wächst und wächst
der schönen,
der schrecklichen
ASTARTE.
Freitag, 20. Oktober 2006
Astarte
neigte sich strömungsaufwärts
geringelt von fisch und tang und
rhodophyten und
aus den Flüssen
schwieg es wie von Silbernächten empor.
gehegtes gehege, selbstentworfnes labyrinth, irrgarten zum irrlichtern, translucide schranken, geliebte zellen, beschriftete stunden, seelendreiecke
manchmal schien es ja, daß die flüsse
sich gegen neigung und steigung und
schwere wandten.
schlangengleich trieb und benahm seelen der träume
zitternde kühle aufwärts. wolken schwammen
dahin, licht folgte auf licht, auf licht.
manchmal fiel schatten
auf die Böschungen nieder und
senkte sich tief ein ins Ried
erlöschender farbe.
so ruhte jemand. so wird auch wieder einer ruhen am flusse, geblendet vom
lächeln der ASTARTE,
ihrem ersterbenden mund. wird die lichter aus seinen augen nehmen und fortschleudern, damit nun mit den sternen er sähe. steht, wo die dunkelheit harrt wie ein tier, argus der die tagträume gefangenhält, die schüchternen kühe des waghalses. da hockts, den blitzenden leib geschlungen um verwesende tage, auf die er, und du, und wir stolz sein mochten. vergangenheiten pochen innen an venen und gefäße, von lächelgesichtern sind nur mehr Photographien übrig, züge fahren noch einmal ab, noch einmal packt man die tasche, fenster erblinden abermals, die tonnen erzittern und schütteln das wasser ringförmig aus krone, himmel, geäst. während eingedenk
der wilden der schönen der schrecklichen
ASTARTE
man den dampfenden becher führt zum munde noch einmal und abereinmal.
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Donnerstag, 28. September 2006
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und allerewig anfang zum wiedermal.
vogelgesang ruft uns die ewigkeit zu
während es überall sterblich sommert
es ruht jemand am flusse geneigt an modrige
sonne. am fuß klirren kiesel voll
herangerollter fernen. pappeln stürmen.
schiffe erklimmen die wolken
erstrebend brüllende fernen und meere.
im grase tummeln die ordnungen
er zählt sie auf. so viel hat er gelernt vom lernbaren.
ampfer wegerich knöterich lattich und da:
silbrige kranichfliege
vom nichtlernbaren:
daß es ist. was hilfts wenn
ASTARTE
gelächelt hat?
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